Archiv der Kategorie 'Magdeburg 2012'

Sport in Magdeburg

1.200 Nazis sind am Samstag (14. Januar 2012) durch Magdeburg gezogen. Bundesweit hatten mehr als 30 Gruppen unter anderem aus dem Spektrum der sog. „Freien Kameradschaftsszene“ sowie der NPD die Aktion unterstützt und dafür mobilisiert. Den gesamten Tag über gab es die unterschiedlichsten Protest-Veranstaltungen und Aktivitäten, gegen den neonazistischen „Trauermarsch“. An vereinzelten Stellen kam es zu Sitzblockaden und antifaschistischen Störaktionen. Die Filmpiraten haben dazu ein Video veröffentlicht:

Blockaden und Auseinandersetzungen gegen Nazigedenkmarsch in Magdeburg from Filmpiraten on Vimeo.

Dresden is calling – Magdeburg is drowning

Warum es sich immer lohnt ein Zeichen zu setzen

Ein Beitrag von Lea Stein und Anna Grossmann, zur Verfügung gestellt durch das ART.NordThüringen

Als im Juli 2011 ein trauriges Trüppchen Neonazis durch Nordhausen marschierte war auf einem ihrer Transparente zu lesen: „Die Straße gehört uns.“ Im Juli in Nordhausen entsprach das den Tatsachen. Doch dies dürfte für die gesamte extreme Rechte Deutschlands relativ unbedeutend gewesen sein. Doch in Magdeburg und Dresden stellt sich die Situation anders dar. Beide Städte sind seit vielen Jahren Orte extrem rechten Geschichtsrevisionismus durch organisierte Aufmärsche mit unterschiedlichen Funktionen für die extrem rechte Szene. Nach außen hin geht es um „die Köpfe und Herzen des Volkes“, wie es in zahlreichen Strategiepapieren heißt. Außerdem sollen sie – wie das Beispiel Nordhausen zeigt – eine Machtdemonstration und damit ein deutliches Zeichen an politische Gegner und das verhasste System sein. Doch viel wichtiger als die Außenwirkung sind die Bedeutungen für die Szene selbst. Gerade für das aktionsorientierte Spektrum der extremen Rechten sind Demonstrationen ein Teil des subkulturellen Angebots und dienen damit auch der Stärkung nach innen. Hinzu kommt, dass besonders die Demonstrationen mit hohen Teilnehmerzahlen helfen, die kollektive Identität der extremen Rechten zu stärken. Dies steigert sich durch die für die Szene wichtigen Anlässe oder Daten, an denen die Veranstaltungen durchgeführt werden. Besonders bei den großen Aufmärschen stehen sie meist in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus und erhöhen für die Szene so den symbolischen Wert. Dies können wie in Dresden geschichtsrevisionistische Aufmärsche eines deutschen Opferkultes sein oder Huldigungen eines NS-Verbrechers wie Rudolf Heß in Wunsiedel.

Seit einiger Zeit finden in der extrem rechten Szene Diskussionen über die Bedeutung dieser Demonstrationen statt und es scheinen sich Veränderungen anzukündigen. In welcher Form ist bisher nicht zu erkennen. Doch gibt es auch in diesem Frühjahr vor allem zwei wichtige neonazistische Aufmärsche: Magdeburg und Dresden. Beide Märsche sind in einem gemeinsamen Veranstaltungsbündnis mit gemeinsamer Internetpräsenz organisiert und werden anscheinend von einem sich überschneidenden Organisationskreis vorbereitet.

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Aufwärmen ist wichtig!

Wir verweisen an dieser Stelle auf die Gegenaktivitäten zu dem am 14. Januar 2012 stattfindenden Naziaufmarsch in Magdeburg. Dieser steht ebenso im geschichtsrevisionistischen Kontext der neonazistischen „Trauermärsche“ und verzeichnete in den letzten Jahren steigende Teilnehmerzahlen.

Weitere Infos erhaltet ihr unter anderem hier – MD blockieren und hier – entschlossen handeln